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Cockpit & Rig

Der gebrauchte Autositz schlägt die Markenschale

Gebrauchter Sportsitz gegen Markenschale: veröffentlichte Gewichte, Preise und Zulassungsregeln und die Stellen, an denen die günstige Lösung wirklich gewinnt.

Der gebrauchte Autositz schlägt die Markenschale

Eine Sim-Racing-Schale einer Marke kostet zwischen 500 und 600 Euro, ein homologierter Rennsitz beginnt bei rund 1.295 Dollar, und ein gebrauchter Sportsitz aus einem Straßenauto wechselt oft für unter 200 den Besitzer. Für ein Rig, das nie in einen Crashtest kommt, kauft die Differenz einen sehr guten Pedalsatz.

Wofür Sie tatsächlich bezahlen

Ein homologierter Rennsitz ist für einen Unfall zertifiziert, und das Zertifikat ist das Produkt. Recaro führt den Pole Position N.G. als Wettbewerbssitz nach FIA 8855-1999 mit einer FIA-Zulassung über fünf Jahre, mit einer Schale aus glasfaserverstärktem Kunststoff von etwa 7,7 kg oder 17,0 lb ohne Anbauteile, einer Breite von 19,6 Zoll und einem Einbaumaß von 15,9 Zoll. Die Preise beginnen bei rund 1.295 Dollar.

Von diesem Zertifikat wirkt im Simulator nichts. Es gibt keinen Unfall, keinen Sechspunktgurt, der an der Schale zieht, und keinen technischen Kommissar, der das Datum prüft. Nützlich bleibt aus der Spezifikation die Geometrie: eine schmale, tiefe Schale, die die Schultern hält und den Körper beim Bremsen nicht rutschen lässt.

Die sim-spezifischen Sitze liegen zwischen beiden Welten. Der Sparco Grid Q wird zu 499,90 Euro mit Homologation nach FIA 8855-1999 und Fiberglasschale verkauft, während der Sparco Circuit II zu 599,90 Euro ausdrücklich als nicht homologiert und ausschließlich für Sim Racing gedacht ausgewiesen ist. Dass der Preisunterschied in die falsche Richtung zeigt, ist das deutlichste Zeichen dafür, dass Sie Form und Verarbeitung kaufen und keine Sicherheit.

Sitze nach veröffentlichten Werten
SitzZulassungGewichtPreis
Recaro Pole Position N.G.FIA 8855-1999, 5 Jahreetwa 7,7 kgab 1.295 Dollar
Sparco Grid QFIA 8855-1999nicht veröffentlicht499,90 Euro
Sparco Circuit IInicht homologiert, nur Simnicht veröffentlicht599,90 Euro
Gebrauchter Straßensportsitzkeine nötig20 bis 25 kg mit Schienenmeist unter 200 Euro

Wo der gebrauchte Straßensitz gewinnt

Komfort über lange Stints ist der erste Punkt, und er ist eindeutig. Ein Sportsitz aus dem Straßenauto hat echte Polsterung, eine verstellbare Lehne und oft eine Lordosenstütze, auf die eine Rennschale absichtlich verzichtet, weil ein Fahrer im Rennanzug mit Gurt sie nicht braucht. Drei Stunden Langstrecke in einer harten Schale sind eine Langstrecke für sich.

Der zweite Punkt ist die Verstellbarkeit. Rennschalen sind starr, der Lehnenwinkel kommt also aus den Konsolen, und der Wechsel zwischen GT- und Formelposition heißt Sitz abschrauben. Ein Straßensitz bringt seine eigene Lehnenverstellung mit, und das ist die nützlichste Verstellung überhaupt, wenn sich zwei Fahrer ein Rig teilen.

Der dritte Punkt ist Geld an der richtigen Stelle. Bei 39 Dollar für einen Konsolensatz aus 4 mm Aluplatte mit vier M8-Schrauben für 40 mm, 45 mm oder 1,5-Zoll-Profil ist die Montage eines gebrauchten Sitzes ein kleiner Teil des Budgets. Die gegenüber einer Markenschale gesparten 400 Euro entsprechen ungefähr einem Loadcell-Pedalsatz, und die Pedale ändern Rundenzeiten, der Sitz nicht.

Was Sie an einem gebrauchten Sitz prüfen sollten

Wiegen Sie ihn, wenn es geht, vor dem Kauf. Eine Rennschale liegt bei etwa 7,7 kg, ein Straßensportsitz mit Schienen und Motoren kann 20 bis 25 kg wiegen, und diese Masse sitzt auf denselben Konsolen und demselben Profil. Ein schwerer Sitz auf einem leichten Rahmen findet dessen Schwachstelle innerhalb einer Woche.

Prüfen Sie danach das Lochbild. Seitliche Befestigung durch die Schale erwartet fast jedes Rig; ein Sitz, der mit vier Bolzen auf einen Bodenblechträger geschraubt wird, braucht eine Adapterplatte, die Sie unter Umständen selbst anfertigen. Prüfen Sie dann die Breite gegen Ihr Rig: Ein Einbaumaß nahe 40 cm ist für eine Rennschale normal, ein Straßensitz ist oft breiter als der Platz zwischen zwei Profilträgern.

Prüfen Sie zuletzt die Elektrik, die Sie nicht brauchen. Motoren, Heizung und Airbagmodule bringen Gewicht und einen Kabelbaum mit, der nie angeschlossen wird, und der sichere Ausbau kostet einen Nachmittag. Kaufen Sie die manuelle Fassung desselben Sitzes, wenn es sie gibt.

Wann die Schale doch richtig ist

Zwei Fälle rechtfertigen den Markensitz. Der erste ist die Formelposition, in der eine tiefe Schale mit hohen Wangen die Geometrie ist und ein Straßensitz so weit gar nicht zurückgeht. Der zweite ist ein Rig, das fotografiert, vermietet oder auf Veranstaltungen gezeigt wird, wo die Optik Teil des Produkts ist. Für alle anderen ist der gebrauchte Sitz kein Kompromiss, sondern der bessere Sitz mit schlechterem Marketing.

Quellen

  1. Recaro, technische Daten Pole Position N.G. FIA
  2. The French Simracer, Sparco-Sitze und Homologation

Haeufige Fragen

Zählt die Homologation im Simulator?

Nein. Sie bescheinigt das Verhalten im Unfall, und einen Unfall gibt es nicht. Es zählt die Form der Schale und wie gut sie beim Bremsen hält.

Ist ein schwerer Sitz ein Problem?

Auf einem leichten Rahmen ja. Ein Straßensitz mit Schienen kann das Dreifache einer Rennschale wiegen, und diese Last geht durch dieselben Konsolen.

Nach welchem gebrauchten Sitz soll ich suchen?

Nach einem manuellen Sportsitz aus einem Kompaktsportler oder Coupé, ohne Elektromotoren, Heizung und Airbagmodul. Schmal, tief und mit eigener Lehnenverstellung.

Geht zum Anfang ein Bürostuhl?

An einem Wheel Stand kurzzeitig ja. Er rollt und dreht sich, das Bremsen schiebt Sie also von den Pedalen weg, was das Gegenteil dessen ist, was ein Sitz tun soll.