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Die Bremskurve auf das eigene Bein kalibrieren

Die Bremskurve auf das eigene Bein kalibrieren: wo das Maximum liegt, warum die Kurvenform zählt und wie man es in drei Runden prüft statt zu raten.

Die Bremskurve auf das eigene Bein kalibrieren

Setzen Sie die Obergrenze der Bremsskala auf die Kraft, die Sie einen ganzen Stint halten können, nicht auf den stärksten einmaligen Tritt. Ein Maximum, das Sie nur einmal erreichen, presst den ganzen nutzbaren Bereich in den unteren Teil des Pedals, und alles Weitere ist danach nur noch eine Hilfskonstruktion um einen Kalibrierfehler herum.

Das Maximum ist eine Entscheidung, keine Messung

Jeder Load-Cell-Pedalsatz lässt Sie die Obergrenze der Skala festlegen, und die meisten Fahrer setzen sie, indem sie einmal so fest treten wie möglich. Das ergibt eine Skala, deren oberes Drittel im Rennen unerreichbar ist und deren unteres Drittel das gesamte tatsächliche Bremsen enthält. Die Folge ist ein Pedal, das genau bei den Drücken vage wirkt, die Sie am häufigsten benutzen.

Die bessere Methode ist ein Stint-Test. Fahren Sie zehn Minuten im Renntempo, achten Sie darauf, welchen Druck Sie in der schwersten Bremszone wirklich aufbringen, und setzen Sie das Maximum ein wenig darüber. Die veröffentlichten Höchstlasten geben den Bereich an, den die Hardware abdecken kann, 90 kg bei der Fanatec ClubSport V3, bis 100 kg bei der MOZA SR-P und 0 bis 200 kg bei der CRP2, aber keine dieser Zahlen ist ein Ziel. Gesucht ist Ihr eigenes dauerhaft haltbares Maximum, und das liegt meist weit unter der Decke.

Warum die Kurvenform zählt

Die meisten Programme bieten eine Kurve zwischen Eingangskraft und Bremsausgabe. Eine lineare Kurve bedeutet ein Verhältnis von eins zu eins über den ganzen Bereich. Eine progressive Kurve gibt mehr Auflösung bei niedrigen Drücken und staucht oben, eine degressive tut das Gegenteil. Keine ist allgemein richtig, denn die passende Kurve hängt davon ab, was Ihr Bein schlecht kann.

Wer beim Einlenken die Vorderräder blockiert, erreicht das obere Ende zu leicht, und eine progressive Kurve hilft. Wer die letzten zehn Prozent Bremsleistung nicht abruft, erreicht das obere Ende zu schwer, und eine leicht degressive Kurve oder ein niedrigeres Maximum hilft. Der Unterschied zwischen beiden Problemen ist in der Telemetrie sichtbar, entweder als Spitze über dem gewollten Druck oder als Plateau darunter.

Wie viel die Kurve leisten kann, entscheidet die Auflösung. Ein 12-Bit-Sensor gibt 4096 Stufen über den Bereich, ein 15-Bit-Winkelsensor 32768, und eine Kurve, welche die untere Hälfte einer groben Skala dehnt, kann die Stufen als Stufen sichtbar machen. Ändern Sie das Maximum vor der Kurve, denn das Maximum verschiebt die ganze Skala und die Kurve verteilt sie nur um.

Die Rechnung macht es greifbar. Ein 12-Bit-Sensor über eine 90-kg-Zelle ergibt 4096 Stufen, also rund 22 Gramm Beinkraft je Stufe. Ein 15-Bit-Winkelsensor über 100 kg ergibt 32768 Stufen, also rund 3 Gramm. Setzen Sie nun das Maximum falsch: Kalibrieren Sie eine 90-kg-Zelle auf ein 40-kg-Bein, bleiben vom nutzbaren Teil der Skala 1820 Stufen statt 4096, mehr als die Hälfte der bezahlten Auflösung liegt also oberhalb von allem, was Sie je treten werden.

Eine Prüfung, die drei Runden dauert

Runde eins: In der schwersten Zone so fest bremsen, wie es bequem geht, und halten. Notieren, ob das Pedal hundert Prozent erreicht und ob die Vorderräder blockieren. Runde zwei: mit gefühlt achtzig Prozent bremsen und den Telemetriewert ablesen. Runde drei: Runde zwei wiederholen und vergleichen. Unterscheiden sich die beiden Achtzig-Prozent-Runden um mehr als ein paar Prozent, liegt es an der Kalibrierung und nicht an Ihrem Bein.

Danach eine Woche nichts ändern. Jede Änderung der Kalibrierung setzt das Bewegungslernen zurück, das Bremsen wiederholbar macht, und wer die Kurve täglich verstellt, sammelt nie die Konstanz an, wegen der die Hardware gekauft wurde.

Symptom, Ursache und Abhilfe
SymptomWahrscheinliche UrsacheAbhilfe
Vorderräder blockieren beim EinlenkenMaximum zu niedrigMaximum anheben oder progressive Kurve
Volle Bremsleistung nicht erreichbarMaximum zu hochMaximum auf haltbare Kraft senken
Bremsen schwankt von Runde zu RundeMaximum aus einem einzigen Tritt gesetztAus einem Stint neu kalibrieren
Stufen in der Eingabe hörbarGrobe Auflösung durch die Kurve gedehntKurve flacher, Maximum ändern

Quellen

  1. Fanatec, Datenblatt ClubSport Pedals V3
  2. MOZA Racing, Datenblatt SR-P Pedale

Haeufige Fragen

Soll das Maximum mein stärkster Tritt sein?

Nein. Nehmen Sie die stärkste Kraft, die Sie einen ganzen Stint wiederholen können, sonst ist das obere Ende der Skala im Rennen unerreichbar.

Lineare oder progressive Kurve?

Beginnen Sie linear. Ändern Sie sie nur, um ein bestimmtes Problem zu beheben, das Sie in der Telemetrie sehen, und ändern Sie das Maximum vor der Kurve.

Wie oft soll ich neu kalibrieren?

Selten. Jede Änderung setzt das Bewegungslernen zurück, und Konstanz ist der ganze Zweck der Kraftmessung.

Beeinflusst die Pedalstellung die Kalibrierung?

Ja. Winkel und Abstand ändern, welche Kraft Ihr Bein aufbringen kann, kalibrieren Sie also nach dem Verschieben der Pedalplatte neu.