Sitzposition GT oder Formel: was der Winkel ändert
GT- und Formelsitzposition sind zwei verschiedene Aufgaben für denselben Körper. Die veröffentlichten Winkel, der Nutzen und der Preis über zwei Stunden.

Der Unterschied zwischen GT- und Formelsitzposition sind rund sechzig Grad Rückenlehne, und alles andere am Rig folgt aus dieser einen Entscheidung. Lenkradhöhe, Pedalwinkel, Bildschirmposition und sogar die Frage, wie lange der Nacken mitmacht, hängen an der Lehne.
Die beiden Positionen in Zahlen
Für das GT-Fahren nennt Fanatec einen Lehnenwinkel von etwa 100 bis 110 Grad, gemessen zwischen Sitzfläche und Rückenlehne. Das entspricht ungefähr einem festen Bürostuhl und ist nur leicht zurückgelehnt, also genau das, was ein GT3-Fahrzeug bietet: Der Fahrer sitzt hoch, schaut über eine Haube und hat das Lenkrad etwa auf Brusthöhe.
Eine Formelposition ist weit radikaler. Die Lehne geht Richtung 45 Grad zur Waagerechten, die Beine gehen nach oben statt nach unten, und das Lenkrad sitzt nah an der Brust mit stark angewinkelten Armen. Die Pedale liegen nicht mehr unter Ihnen, sondern vor und über der Hüfte, weshalb ein Formel-Rig eine überkopfhängende Pedalaufnahme braucht und keine Platte auf dem Boden.
Der Abstand zwischen beiden ist so groß, dass die meisten Hersteller sie als getrennte Produkte führen. Trak Racer verkauft eine eigene Hybridaufnahme für GT und Formel zu 229 Dollar mit 20 kg Gewicht, ausgelegt auf 500 mm lichten Rahmenabstand und 8-mm-Nutprofil, eben weil sich die beiden Positionen keine einfache Platte teilen können.
| Einstellung | GT | Formel |
|---|---|---|
| Lehnenwinkel | etwa 100 bis 110 Grad | Richtung 45 Grad |
| Pedale | unter der Hüfte, am Boden | vor und über der Hüfte |
| Lenkrad | Brusthöhe, Arme gestreckter | nah an der Brust, Arme angewinkelt |
| Kopfstütze | optional | notwendig |
Was jede Position bringt
GT ist die gutmütige Variante. Der aufrechte Rücken trägt sich selbst, der Kopf bleibt über den Schultern, und zwei Stunden am Stück kosten nicht mehr als einen steifen unteren Rücken. Die Sicht über ein Triple ist natürlich, weil die Augen hoch sitzen, und das Aussteigen ist eine Bewegung. Wer in derselben Woche GT3, Tourenwagen, Rallye und Langstrecke fährt, ist damit schlicht richtig aufgestellt.
Formel zahlt in zwei Währungen zurück. Die erste ist Immersion: Ein Formelauto fühlt sich wirklich anders an, wenn die Beine oben und das Lenkrad nah sind, und die Lenkbewegungen werden kleiner und genauer, weil die Arme aus den Ellenbogen arbeiten statt aus den Schultern. Die zweite ist Stabilität: In die zurückgelehnte Schale gepresst, bewegt sich der Körper beim harten Bremsen weniger, die Beinkraft bleibt also länger wiederholbar.
Die Kosten sind genauso konkret. Der Nacken hält den Kopf den ganzen Stint über schräg, eine Kopfstütze ist also nicht optional. Ein- und Aussteigen wird ein Manöver. Und jedes andere Auto im Sim fühlt sich nun falsch an, weshalb viele Fahrer mit nur einem Rig in der GT-Position bleiben, obwohl sie überwiegend Formel fahren.
Einstellen in der richtigen Reihenfolge
Fangen Sie an der Lehne an, denn sie entscheidet alles andere. Stellen Sie zuerst den Winkel, dann schieben Sie den Sitz vor und zurück, bis das Knie bei voll durchgetretener Bremse bei etwa 120 Grad steht, nicht bei Pedal in Ruhelage. Eine universelle Sitzschiene bietet rund 110 mm Weg, was für zwei ähnlich große Fahrer reicht, aber nicht für ein geteiltes Rig über 20 cm Größenunterschied.
Danach kommt das Lenkrad. Der Ellenbogen soll angewinkelt sein, nicht gestreckt, die Hände auf neun und drei. Ein gestreckter Arm bedeutet, dass die Schulter korrigiert, und die Schulter ist langsam. Erst wenn das Lenkrad stimmt, dürfen die Pedale wandern, denn die Pedalposition ist die Folge der Beinlänge im gerade eingestellten Sitz und keine eigene Entscheidung.
Zum Schluss stellen Sie die Bildhöhe so, dass der Horizont leicht über der Bildmitte liegt. Ändern Sie die Lehne später, müssen alle vier Einstellungen neu gemacht werden. Das ist das praktische Argument für ein Rig, bei dem der Wechsel zwischen GT und Formel vier Schrauben kostet und keinen Neuaufbau.
Wenn nur eine Position möglich ist
Nehmen Sie GT, außer Sie fahren fast ausschließlich Formel. GT-Positionen decken mehr Fahrzeuge ab, kosten weniger Zubehör und sind über eine Saison körperlich freundlicher. Die Kompromissposition dazwischen bedient keine der beiden: Die Beine liegen zu tief für Formel und der Rücken zu flach für GT, und am Ende verstellt der Fahrer jede Woche etwas.
Quellen
Haeufige Fragen
Kann ein Rig beide Positionen?
Ein Profilrig ja, der Wechsel kostet vier Schrauben plus die Pedalaufnahme. Ein Rohrrahmen meist nicht, deshalb steht bei den Herstellern dort, dass der Umbau nicht zutrifft.
Macht mich die Formelposition schneller?
Von allein nicht. Sie erleichtert kleine Lenkbewegungen und macht hartes Bremsen stabiler, was im Formelauto hilft und im GT3 nichts bringt.
Wie weit zurückgelehnt ist zu weit?
Sobald der Nacken den Kopf den ganzen Stint über nach vorn halten muss. Wenn eine Kopfstütze das nicht löst, ist die Lehne über das hinaus, was Ihr Körper zwei Stunden trägt.
Und die Pedale in der Formelposition?
Sie müssen hängend montiert werden, vor und über der Hüfte. Eine Bodenplatte in einer Formelschale bringt die Knie an die falsche Stelle und zerstört das Bremsgefühl.


